Ich dachte, ich komme schamottsteine in die Unterwelt

Schamottsteine

schamottsteineIm Keller der früheren Königstadt-Brauerei im Prenzlauer Berg wurde vor hundert Jahren Bier gebraut – und danach ging’s wild durcheinander: Das Gewölbe diente als Autowerkstatt, Waffenschmiede und Ort für die Champignonzucht. Und ein bisschen erinnerte es an die Alhambra, auch wenn die Arbeitsbedingungen nicht ganz einfach waren.Von Sylvia Tiegs

Schönhauser Allee, Ecke Saarbrücker Straße. Wer alte Berliner Gewölbe spannend findet, ist in diesem Viertel genau richtig.

Hier am Prenzlauer Berg lag eines der Zentren der Brauerei-Industrie und Berlin war die Biermetropole Deutschlands. Bis zu 20 Brauereien zählte das Viertel zu seinen besten Zeiten. Hier konnten die Brauer viel besser große Keller ausschachten als in Mitte, erzählt der Historiker Dr. Martin Albrecht, der hier Kellerführungen anbietet.

Die Bierhersteller brauchten die großen Gewölbe, um den Gerstensaft produzieren und lagern zu können. So machte das auch die Königstadt-Brauerei – vor hundert Jahren eine der führenden Brauereien der Hauptstadt.

Die Brauerei-Reste, das heißt die übriggebliebenen Industriebauten davon, werden heute noch von einer Genossenschaft genutzt. Das dazugehörige Kellergewölbe von 4.000 Quadratmetern kann man sich ansehen. Allerdings nur geführt und mit Erlaubnis der Besitzer. Der Kellereingang ist gleich um die Ecke, in der Straßburger Straße, und ist heute auch der Einfahrt in eine Tiefgarage. Das Entstehungsalter 1868/69 sieht man dem Keller erst mal nicht an. Neonlicht und gelbe Striche auf dem Boden markieren die Parkplätze der Garage. Ein halbes Dutzend Fahrzeuge stehen weit verstreut in mehreren Räumen. Dicke Rohre aus Aluminium verlaufen unterhalb der Decke. Alles neu und modern.



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