Ein ziemlich ungemütlicher schamottsteine Arbeitsplatz

Schamottsteine

schamottsteineAber hier im Gewölbe der Königstadt-Brauerei war noch viel mehr als Bier und Autos: Telefunken ließ hier während des Zweiten Weltkriegs Waffenteile montieren – von Zwangsarbeiterinnen. Ein anderer Teil der unterirdischen Räume diente im Krieg als Luftschutzkeller. An den Wänden sehen wir noch den Farbstreifen, der im Dunkeln fluoreszierte und den Schutzsuchenden Orientierung gab.

Und dann, Jahrzehnte später, bekam das alte Brauerei-Gewölbe wieder eine ganz neue Nutzung.

„In der DDR-Zeit war es dann auch so, dass die in den Kellern hier – in zwei Kellerabteilungen oder drei, aber mit Sicherheit in zweien – Champignons gezogen haben!“ Von denen habe Martin Albrecht gelegentlich welche gekauft hat, erzählt er. Aber eigentlich waren die Pilze für die Ost-Berliner Restaurants bestimmt.

Für Claudia Recke und Haile Noé war das Gewölbe in den 1970er Jahren keine helle, warme und trockene Touristenattraktion – sondern ein ziemlich ungemütlicher Arbeitsplatz. Denn Champignons brauchen Dunkelheit, wie Haile Noé sich mit leichtem Gruseln erinnert. „Ich dachte, ich komme in die Unterwelt. Es war total dunkel, und feucht, und komische Gänge und sehr unheimlich.“



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