Die Alhambra vom schamottsteine Prenzlauer Berg

Schamottsteine

schamottsteineErst beim zweiten Hinsehen zeigt sich die Geschichte: An vielen Stellen im Mauerwerk gucken die alten grauen Ziegel hervor. Die Kellerdecke ist gewölbeartig gebogen – original aus den 1920er Jahren, als hier unten noch Bier hergestellt wurde.

Der Raum selber, 1868, in dem wir jetzt sind, ist geschaffen worden als Gärkeller – als Gär-Raum, erläutert Albrecht. Riesige Kupferkessel standen damals hier. In den Kesseln kochte der Biersud – und damit das dabei entstehende CO2 nicht zu sehr die Kellerluft belastete, bauten die Architekten sogenannte Hutzen in die Mauern, quadratische Luftöffnungen nach draußen. Sie sind heute noch da.

Doch 1921 zog die Königstadt-Brauerei weg nach Rixdorf. Der Keller wurde zum ersten Mal umgebaut – sichtbar an den vielen Säulen, die das Gewölbe tragen, wie Albrecht erzählt. Die Säulen wurden ummantelt als aus dem Gärkeller 1936 eine Autowerkstatt wurde. Aus Sicherheitsgründen, wegen der Feuergefahr. Um die Säulen zu sehen, braucht man nur ein bisschen Phantasie, so Albrecht. „Denken Sie sich die Schamottsteine weg – Sie sehen, wie viele Säulen hier stehen, schließen Sie die Augen, und glauben ganz fest dran, das ist so ein bisschen die Alhambra! Und zwar die von Prenzlauer Berg!“

Ein Vergleich mit Augenzwinkern, sagt der Historiker. Aber er beschreibt den größten dieser Kellerräume treffend. Ansonsten sieht man von der alten Autowerkstatt heute nichts mehr.



Posted in "Schornstein"