Der Ofenbauer sorgt für schamottsteine Wohlbefinden

Schamottsteine

schamottsteineHeizungsbauer gibt es viele, aber der Beruf des Ofenbauers ist deutlich seltener. Nur vier Betriebe verzeichnet die Handwerkskammer im Bodenseekreis. Einer davon gehört Rainer Schmid aus Eriskirch. Kachelöfen und Kamine stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit. „So ein Ofen bringt Wohlbefinden“, sagt der Handwerker.

Der althergebrachte „Kachel-Abwärme-Ofen“, bei dem das Feuer im Keller brennt und die Wärme nach oben geleitet wird, sei heutzutage „etwas aus der Mode gekommen“, erklärt Schmid. „Die Leute wollen lieber offenes Feuer sehen, weil es eine ganz besondere Atmosphäre bringt.“

Alle seine Öfen haben eines gemeinsam: Sie sind Einzelstücke und individuell auf den jeweiligen Wohnraum zugeschnitten. Vom Grundprinzip her sind Kachelöfen immer ähnlich aufgebaut. So genannter Schamottstein, der besonders feuerfest ist, wird mit Hilfe von Schamottmörtel aufgemauert. Danach folgt der Einbau des Innenlebens, die so genannte Rauchgasführung.

„Die zeichnet einen Ofen aus“, erklärt Schmid. „Je höher das Gewicht, desto höher die Wärmespeicherleistung der Keramik. Durch die Speicherung wird die Wärme zeitverzögert abgegeben“ – ähnlich also wie bei einem Stein, der in der Sonne liegt und auch bei Nacht noch Wärme abstrahlt. Für die Oberflächengestaltung verwendet der Handwerker schließlich verschiedenste Materialien, zum Beispiel Zierkacheln, Naturstein, Putz, oder Metall.

Dabei kommt oft auch Hochwertiges zum Einsatz – sogar Gold oder Platin verarbeitet Rainer Schmid gelegentlich für Verzierungselemente.

In das Metier ist Rainer Schmid schon von Kindesbeinen an hinein gewachsen. Sein Vater hatte den Betrieb in Eriskirch gegründet. So trat auch der Sohn in dessen Fußstapfen und lernte ab 1985 den Beruf des „Kachelofen- und Luftheizungsbauers“, wie es damals noch hieß. 1994 folgte die Meisterprüfung.

Eigentlich hätte sein älterer Bruder den Betrieb übernehmen sollen, doch ihn verschlug es weg vom Bodensee, sodass Rainer Schmid seit 1999 das Geschäft innehat. Und auch im 15. Jahr macht ihm das Handwerk sichtlich Spaß. Freudig, und auch mit ein wenig Stolz, zeigt er Bilder von seinen Öfen und erzählt von den unterschiedlichsten Menschen, mit denen er dabei zu tun hatte. Die schönsten Momente? „Wenn man einen Ofen gebaut hat und zum ersten Mal das Feuer brennt, dann Leuchten die Augen von allen, die dabei sind – und zwar vom Feuer selbst und von der Begeisterung. Das gibt einem was.“



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